Ein Webring ist eine thematische Gemeinschaft mehrerer Webseiten. Alle teilnehmenden Seiten sind über feste Navigationslinks miteinander verbunden. Besucher können so von einer Webseite zur nächsten springen und thematisch passende Inhalte entdecken.
Gerade wenn Du Besucher zu einem bestimmten Thema gewinnen möchtest, kann die Teilnahme an einem Webring – oder sogar der Aufbau eines eigenen Webrings – eine sinnvolle Ergänzung zu Suchmaschinen, Social Media und Newsletter-Marketing sein.
Was ist ein Webring?
Ein klassischer Webring funktioniert nach einem einfachen Prinzip:
- Der Webring hat ein klares Thema, zum Beispiel Webdesign, Technik, Blogs oder Gaming
- Es gibt einen Verwalter oder eine zentrale Plattform, die den Ring organisiert
- Jede teilnehmende Webseite bindet ein Navigationselement ein
- Besucher können über folgende Links navigieren:
- vorherige Seite
- nächste Seite
- zufällige Seite
- Start- oder Infoseite des Webrings
In den Anfangsjahren des Internets waren Webringe extrem beliebt, da es kaum leistungsfähige Suchmaschinen gab. Heute sind sie zwar seltener, erleben aber insbesondere in Nischen, Communities und Indie-Projekten ein kleines Comeback.
Warum Webringe heute wieder interessant sind
Auch wenn Webringe als „aus der Mode gekommen“ gelten, bieten sie weiterhin klare Vorteile:
- thematisch hochrelevanter Traffic
- echte Empfehlungen statt algorithmischer Rankings
- längere Verweildauer der Besucher
- Community-Gedanke statt reiner Reichweitenjagd
- unabhängig von Google, Social Media und Plattformen
Gerade für private Webseiten, Blogs, Entwickler, Kreative und kleine Projekte können Webringe eine wertvolle Ergänzung sein.
Webringe für HTML-Webseiten und WordPress
Webringe funktionieren grundsätzlich plattformunabhängig:
Für klassische HTML-Webseiten
- Einbindung über einfache HTML-Links
- Optional JavaScript oder serverseitige Skripte
- volle Kontrolle über Design und Platzierung
Für WordPress-Webseiten
- Einbindung per HTML-Block oder Widget
- Nutzung von Shortcodes (falls vom Webring angeboten)
- Integration in Sidebar, Footer oder Beitragslayout
Damit eignen sich Webringe sowohl für statische Webseiten als auch für moderne CMS-Systeme wie WordPress.
Bestehenden Webringen beitreten
Wenn Du einem bestehenden Webring beitreten möchtest, meldest Du Dich in der Regel direkt auf der Webseite des jeweiligen Webring-Betreibers an. Nach Freigabe erhältst Du den notwendigen Code oder die Links zur Einbindung.
Beispiele für aktive Webringe
| Link zum Anbieter | Beschreibung des Angebots |
|---|---|
| https://community.weltenbastler.net/forum/index.php?thread/12685-webring-der-weltenbastler-webring | Themenübergreifender Webring der Weltenbastler-Community |
| https://geekring.net | Webring für Geek-, Technik- und Nerd-Webseiten |
| https://hotlinewebring.club | Webring im Retro-Stil mit Hotline-Design |
| https://uberblogr.de/home | Webring für private Blogs |
Der Geekring ist ein besonders schönes Beispiel für einen modernen Webring mit klarer Ausrichtung, einfacher Integration und aktiver Community (folgend als Beispiel eingebunden):
This site is a proud member of the geekring! Check some other geeky websites here!
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Einen eigenen Webring aufbauen
Du kannst selbstverständlich auch einen eigenen Webring gründen, zum Beispiel für:
- Blogs zu einem Spezialthema
- regionale Webseiten
- Entwickler-Communities
- kreative oder künstlerische Projekte
Webring per Script umsetzen (für Entwickler)
Wenn Du technisch versiert bist, kannst Du einen Webring auch selbst hosten und verwalten – ideal für maximale Kontrolle und Individualisierung.
| Link zum Anbieter | Beschreibung des Angebots |
|---|---|
| https://github.com/mldangelo/open-webring | Open-Source Webring-Script inklusive Plattform |
| https://sourceforge.net/projects/webring-10 | Einfaches Webring-Script für eigene Server |
Diese Lösungen eignen sich besonders für HTML-Webmaster, Entwickler und Agenturen, lassen sich aber ebenfalls problemlos mit WordPress kombinieren.
Persönliche Einschätzung
Wir finden es nach wie vor schade, dass sich Webringe nicht stärker durchgesetzt haben. Früher waren wir selbst Mitglied im German Webmaster Webring, der sich ausschließlich mit Webdesign beschäftigte. Der Austausch unter Gleichgesinnten war wertvoll, direkt und inspirierend.
Vergleicht man Webringe mit heutigen Facebook-Gruppen oder Discord-Servern, erkennt man schnell:
Das Grundprinzip ist identisch – nur die Technik ist eine andere.
Fazit
Webringe sind zwar kein Massenphänomen mehr, aber sie bieten auch heute noch echte Vorteile: thematischen Traffic, Community-Gedanken und Unabhängigkeit von großen Plattformen. Für Nischenprojekte, Blogs und private Webseiten sind sie eine lohnenswerte Option – egal ob mit HTML oder WordPress umgesetzt.